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Die Preetzer Bürgermeister seit 1870

 
Mit der Einführung der preußischen Städteordnung vor gut 145 Jahren wurde ein neues Kapitel in der Preetzer Geschichte aufgeschlagen. 1870 wurden dem Flecken die Stadtrechte verliehen. Am 25. März wurde Posthalter und Fleckensvorsteher Andreas Völkers als erster Bürgermeister der Stadt Preetz vereidigt.

Die Preußen gaben dem Bürgermeister Handlungsmaximen mit auf den Weg, an denen sich jeder Amtsinhaber wohl auch heute noch messen lassen könnte: „Die Leitung der Stadt fordert, dass der Bürgermeister nicht im Interesse einzelner Personen, Klassen oder Parteien handelt, sondern nach dem sieht, was Bedürfnis der Gemeinde ist ... Der Bürgermeister achte auf das Stadtgebiet. In einem Grenzstreit mit einer Nachbargemeinde lasse er sich nicht ein vor nüchterner Prüfung der Beweismittel und vor wiederholten Beratungen in der Stadtvertretung ... Der Bürgermeister stehe ein für die Wahrung der Sicherheit des Ortes gegen Feuergefahr und Verseuchung ... Der Bürgermeister lasse Weg und Steg stetig und dauerhaft bessern ... Zum vierten sei der Bürgermeister der strenge und gütige Vater der Armen. Der Bürgermeister bewähre sich in einer ganz klaren und zuverlässigen Rechnungsführung ... Der Bürgermeister lasse sich als ein pünktlicher und gewissenhafter Mann erfinden in der Ausführung seiner obrigkeitlichen Aufträge ...“

Die ersten fünf Bürgermeister wurden direkt nach einem Zensuswahlrecht gewählt. Als Bürgermeister Völkers 1872 starb übernahm Johann Diercks das Amt (1872-1884). Danach folgten Peter Heinrich Engel (1884-1894), Gustav Klinger (1894-1916) und Dr. Friedrich Krug (1916-1933).
Als die Nationalsozialisten 1933 alle ihnen nicht genehmen Leute aus dem Rathaus entfernt hatten, ließ sich Krug beurlauben. Dr. Arthur Nordmann aus Kiel übernahm das Amt neun Monate lang kommissarisch, dann löste ihn der Kreisleiter der NSDAP, Karl Schalow, ab. Von 1937 bis 1939 hatte der Verwaltungsjurist Ludwig Wagner das Amt inne. Als er zur Wehrmacht einberufen wurde, übernahm der beigeordnete Stadtrat Georg Uebel.

Nach Kriegsende wurde der britische Offizier John Dales als Town Major eingesetzt (Mai bis Dezember 1945). Zwischen 1946 und 1950 gab es an der Spitze der Kommune einen Stadtdirektor und einen ehrenamtlichen Bürgermeister (eher eine Art Bürgervorsteher).

Erster hauptamtlicher Bürgermeister nach dem Krieg wurde Max Grothe (SPD; 1950-1959). Dann folgten Karl-Heinrich Niendorf (CDU; 1959-1968), Bendix Herrmann (CDU; 1968-1981), Claus Feddersen (CDU; 1981-1990), Walter Riecken (SPD; 1990-1999) und – erstmals wieder in direkter Wahl – Wolfgang Schneider (inzw. parteilos; seit Dezember 1999).


Am 12. Juli 2015 stimmten die Preetzer über ihren neuen Bürgermeister ab, am 1. September 2015 trat Björn Demmin (parteilos) das Amt an.


Zusammengestellt aus der Festrede zur Eröffnung der Ausstellung im Heimatmuseum
zur Stadtwerdung 1995 von Erich Klimm.




Andreas Völkers,
erster Preetzer Bürgermeister 1870-1872Andreas Völkers, erster Preetzer Bürgermeister 1870-1872